7. Türchen: Schaukasten vor dem Vita-Center (Wladimir-Sagorski-Str. 22)

Das Kinderkino in der Bonhoeffer-Kirchgemeinde fällt coronabedingt leider aus.

Hier und im Schaukasten vor dem Haupteingang des Vita-Centers findet sich dafür eine kleine, interessante Geschichte über den geografischen Mittelpunkt des „Heckert-Gebietes“ von Autor Norbert Engst.

 

Liebe Einwohner des „Fritz-Heckert-Wohngebietes“,

möglicherweise haben Sie schon davon gehört, dass unser Wohngebiet einst das drittgrößte Neubaugebiet der DDR war. Und tatsächlich sind die Ausdehnungen riesig. Vom Baugebiet 0, der Irkutsker Straße, bis nach Hutholz-Süd, dem ehemaligen Baugebiet VIII/2, über den Harthwald und den Helbersdorfer Hang reichen die Ausdehnungen des Fritz-Heckert-Gebietes.

Doch wo ist eigentlich der geografische Mittelpunkt des Heckert-Gebietes? Der Mittelpunkt Sachsens liegt im südwestlichen Tharandter Wald. Der Mittelpunkt von Chemnitz liegt im Umfeld der Neefestraße 12. Und unser Mittelpunkt?

Zunächst müssen dafür die Grenzen des Wohngebietes festgelegt werden und das ist gar nicht so einfach. Es stellen sich folgende Fragen: Gehört das Baugebiet 0 eigentlich zum Heckert-Gebiet? Ich denke ja. Das Baugebiet 0 ist zwar ein Testgebiet gewesen in dem der industrielle Wohnungsbau erstmal geprobt wurde. Aber es wurde von Anfang an als Teil der weiteren Baugebiete betrachtet.

Wo genau ist die Grenze z.B. zwischen dem Helbersdorfer Hang und dem Stadtpark? Obwohl wir ihn gerne besuchen, gehört der Stadtpark selbst nämlich nicht direkt zum Wohngebiet. Die Grenze könnte die Dittersdorfer Straße bilden.

Und wo ist die Grenze zwischen Hutholz-Nord und dem nicht zu Chemnitz gehörenden Hutholzwald? Die Grenze bildet zunächst die Wolgograder Allee. Die Grenze verläuft in der Mitte der Wolgograder Allee. So ist es auch bei der Grenze zwischen zwei Postleitzahlgebieten.

Wenn diese Fragen geklärt sind, ist es möglich die Fläche des Wohngebietes zu bestimmen. Abgeleitet aus dieser Fläche lassen sich geografische Koordinaten bestimmen, je mehr man hat desto genauer lässt sich der Mittelpunkt festlegen. Für die hier vorgestellte Berechnung sind 265 Punkte genutzt worden. Der Mittelpunkt kann nun grafisch und unabhängig davon rechnerisch bestimmt werden. Beide Varianten sind auch angewandt worden und – und das freut uns sehr – beide Varianten führten zum gleichen Mittelpunkt.

Und hier ist nun die geografische Mitte des Heckert-Gebietes! Zählt man das BG 0 dazu, liegt der Mittelpunkt im ehemaligen Freie Presse-Shop am unteren Eingang des Vita-Centers. Würde man das Baugebiet 0 nicht dazu zählen, läge der Mittelpunkt in dem kleinen Wohngebietspark zwischen Bruno-Granz-Straße 70 und K&S Seniorenresidenz Bruno-Granz-Straße 72.

Aufruf!

Im Jahr 2024 kann das Wohngebiet „Fritz Heckert“ sein 50. Jubiläum der Grundsteinlegung feiern. Weiterhin bilden geografische Mittelpunkte häufig touristisch attraktive Ausflugsorte. Wie wäre es spätestens dann einen repräsentativen Mittelpunkt einzuweihen? Doch wie soll er aussehen und was soll drauf geschrieben sein? Wir freuen uns sehr wenn Sie uns unterstützen wollen. Kommen Sie gerne mit Ihren Ideen auf uns zu und melden Sie sich beim Stadtteilmanagement oder bei der Bürgerplattform.

P.S.: Wer Interesse an einer genauen Anleitung zur Bestimmung der Koordinaten hat und gern mal selbst mittels Excel-Tabelle und Gis-Datei nachrechnen will, melde sich beim Stadtteilmanagement im Vita-Center.

Norbert Engst, Autor