Baumstämme flogen durch die Luft, schwere Steine wurden gestemmt und Dudelsackklänge erfüllten das Usti Field: Am Samstag, dem 29. August 2026, verwandelte sich der Sportplatz in Kappel bei den dritten Chemnitzer Highland Games erneut in ein kleines Stück Schottland. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher verfolgten die Wettkämpfe und nutzten das vielfältige Familienprogramm rund um die Spiele.
Pünktlich um 10 Uhr begann der Tag traditionell mit dem Einmarsch der Clans. Begleitet von Dudelsackmusik zogen die Athletinnen und Athleten mit ihren Bannern auf das Wettkampfgelände ein und wurden den Zuschauern vorgestellt. Anschließend hieß es dann Kraft, Technik und Ausdauer unter Beweis stellen.
Insgesamt gingen 15 Männerteams und fünf Frauenteams an den Start. Die Zweierteams waren aus verschiedenen Teilen Deutschlands nach Chemnitz gereist, unter anderem aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Bayern. Gastgeber waren die Highland Warriors, die Highland-Games-Abteilung des Chemnitzer Freizeit- und Wohngebietssportvereins (CWSV).
Dann begann das Kräftemessen. Gewichte wurden in die Höhe und auf Weite befördert, Steine gestoßen und natürlich durfte auch die wohl bekannteste Disziplin der Highland Games nicht fehlen, nämlich das Baumstammwerfen. Weitere Herausforderungen wie Hammerwerfen, Axtwurf und Bogenschießen sorgten dafür, dass für die Zuschauer nahezu ständig irgendwo auf dem Usti Field etwas zu sehen war.
Besonders eindrucksvoll wurde es beim Aufnehmen, Tragen und kontrollierten Absetzen der schweren Steinkugeln. Mit Gewichten zwischen 70 und 110 Kilogramm konnten die Athletinnen und Athleten selbst wählen, welcher Herausforderung sie sich stellen wollten.
Ganz nah am Wettkampf
Gerade diese unmittelbare Nähe macht einen besonderen Reiz der Highland Games aus. Anders als bei vielen großen Sportveranstaltungen stehen die Zuschauer hier nur wenige Meter vom Geschehen entfernt und können Kraft, Geschwindigkeit und Technik unmittelbar erleben.
Abteilungsleiter Matthias Schuffenhauer beschreibt die Highland-Games-Szene zugleich als eine große Gemeinschaft. Viele der Sportler kennen sich von Wettkämpfen in ganz Deutschland. Trotz aller sportlichen Konkurrenz steht deshalb auch das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt.
Und selbst die Kleidung gehört zur Tradition.Die Athleten treten im Sport-Kilt an. Die unterschiedlichen Tartanmuster machen dabei die Zugehörigkeit zu den jeweiligen Clans sichtbar.
Vom Sportfest zum Familienfest
Im Laufe des Vormittags füllte sich das Usti Field zunehmend. Denn die Highland Games waren auch in diesem Jahr weit mehr als ein sportlicher Wettkampf. Rund um die Wettkampfflächen entstand ein Familienfest, bei dem es viel zu entdecken gab.
Highlandrinder sorgten für einen zusätzlichen Blickfang und natürlich durften auch Whisky sowie verschiedene Speisen und Getränke nicht fehlen. Für die jüngeren Gäste gab es unter anderem eine Hüpfburg, Kinderschminken und Airbrush-Tattoos. Wer nicht nur zuschauen wollte, konnte selbst aktiv werden. Der Stadtsportbund Chemnitz lud mit einer Mini-Version der Highland Games dazu ein, einige der Herausforderungen im kleineren Format auszuprobieren.
Damit knüpften die Veranstalter an die Idee an, die hinter den Chemnitzer Highland Games steht. Sport soll Menschen zusammenbringen. Gerade hier im Wohngebiet soll ein Fest entstehen, das unabhängig von Alter oder Herkunft offen für alle ist. Der Eintritt zur Veranstaltung und zu vielen Angeboten war deshalb, mit Ausnahme von Speisen und Getränken kostenfrei.
Oberbürgermeister übernimmt Siegerehrung
Am späten Nachmittag erreichte der sportliche Teil seinen Höhepunkt. Gegen 17 Uhr übernahm Chemnitz‘ Oberbürgermeister Sven Schulze die Siegerehrung und würdigte die Leistungen der teilnehmenden Clans.
Damit war der Tag auf dem Usti Field aber längst nicht beendet. Nach dem Wettkampf ging das schottische Familienfest in einen gemeinsamen Nachmittag und Abend über. Für die musikalische Begleitung sorgte unter anderem die Band Bandana und damit eine Formation mit einer ganz besonderen Verbindung zu diesem Ort. Die Band erlebte vor 25 Jahren auf dem Usti Field ihr Bühnendebüt und kehrte für ihren Auftritt gewissermaßen an ihre musikalischen Wurzeln zurück.
Eine junge Tradition wächst
Erst seit 2024 werden die Highland Games in Kappel ausgetragen. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich die Veranstaltung zu einem besonderen Termin im Stadtteil entwickelt. Gleichzeitig haben sich auch die gastgebenden Highland Warriors sportlich einen Namen gemacht. 2025 erreichte der Chemnitzer Clan bei den Internationalen Highland Games in Trebsen den dritten Platz.
Dass sich das Usti Field am 29. August wieder schnell mit Besucherinnen und Besuchern füllte, zeigte einmal mehr, wie Sport, außergewöhnliche Traditionen und ein niedrigschwelliges Familienangebot Menschen aus dem Stadtteil und weit darüber hinaus zusammenbringen können.
Das Familienfest zu den dritten Chemnitzer Highland Games wurden aus Mitteln des Bürgerbudgets der Bürgerplattform Chemnitz Süd unterstützt. Damit konnte auch 2026 eine Veranstaltung mitfinanziert werden, die nicht nur sportliche Höchstleistungen nach Kappel brachte, sondern vor allem Begegnung und gemeinsames Erleben im Stadtteil ermöglichte.




